Snookern mit Sehhilfe

Snooker ist ein Präzisionssport, bei dem die Leistungsfähigkeit der Augen aufs höchste gefordert ist. Spielen lässt sich Snooker gleichwohl auch mit einer Sehschwäche. Allerdings geht es nicht ohne Hilfsmittel.

Die Wahl des richtigen Hilfsmittels ist dabei von entscheidender Bedeutung. Die Entfernung beim Snooker-Spiel von Nahsicht bis zum Ende des Tisches auf beinahe 3,60 m ist eine andere als bei Fernsicht. Kontaktlinsen kommen schon deshalb für die meisten Snooker-Spieler nicht infrage.
Die häufig getragene Gleitsichtbrille sorgt für Verzerrungen, die ebenso wenig zur Treffsicherheit beitragen.

Zu den preiswertesten Varianten als Brillenträger für den Snooker-Sport aufzurüsten, zählt ein so genannter „Spoony“. Für 14,50 Euro wird der Sitz der Brille über ein kleines spezielles Drahtgestell erhöht. Die Lösung ist mitunter allerdings etwas wackelig. Größtes Problem ist dabei, dass die Brille nicht im richtigen Winkel auf der Nase sitzt und das Bild hierdurch verzerrt wird.
Noch preiswerter ist die Lösung über ein elastisches Brillenband, mit dessen Hilfe die Brille erhöht werden kann; die Fixierung erfolgt über den Hinterkopf.

Wirklich bequem geht es aber nur mit einer Brille: Snooker-Spieler mit einer Sehschwäche benötigen Gläser, die speziell für das Spiel mit Queue und Kugeln abgestimmt sind, damit es keine Probleme mehr gibt, den gesamten Tisch zu überblicken, sich zu überanstrengen oder einen steifen Nacken zu bekommen.

„Besonders geeignet sind hohe Brillengläser, bei denen der Schliff sehr weit oben angebracht wird. Neben der Brennpunktverlagerung an den oberen Rand müssen die Gläser bis über die Augenbrauen gehen“, erläutert Klaus Reike, Optikermeister bei Breuer Augenoptik in Mülheim an der Ruhr. Meist wird dafür ein randloses Brillen-Gestell gewählt.

Ein letztes Problem bleibt noch der ideale Blickwinkel. Um dieses Problem zu lösen, existiert eine spezielle Snooker-Brille (in Deutschland gefertigt), bei der nicht nur die Gläser größer ausfallen, sie können zusätzlich sogar über ein Bügelscharnier verstellt werden.

Wer sich nicht mehrere Brillengestelle anschaffen mag, kann sich auch eine Steckbrille mit Wechselgläsern zulegen. Ein Satz Gläser muss dann speziell für das Snooker-Spiel angefertigt werden.

Snooker-Brillen sind zwar selten eine wirkliche optische Zierde, aber Hauptsache, es bleibt der Spaß am Spiel.

„Und wenn in einem Verein mehrere Brillenträger Interesse an speziell angepassten Gläsern anmelden, sollte sich vor Ort ein Optiker finden lassen, der mit einer speziellen Messbrille direkt am Snooker-Tisch die idealen Daten messen kann“, empfiehlt Klaus Reike für eine optimale Snooker-Brille.